Wenn Marketingbudgets unter Druck stehen, werden Kanäle stärker hinterfragt. Was bringt wirklich Umsatz? Wo lässt sich Wirkung zuverlässig messen? Und welche Investitionen bleiben auch dann vertretbar, wenn der Markt unsicher ist?
Genau vor diesem Hintergrund liefert der neue Report des Affiliate Partner Marketing Circle (APMC) ein starkes Signal: Affiliate und Partner Marketing ist 2025 in Deutschland mit 8,3 % deutlich schneller gewachsen als der Gesamtwerbemarkt mit 3,2 %. Während viele Unternehmen ihre Ausgaben genauer prüfen, gewinnt ein Kanal an Bedeutung, der seit jeher eng mit messbaren Ergebnissen verbunden ist.
Doch der Report zeigt nicht nur, dass Affiliate Marketing weiter wächst. Er zeigt vor allem, wie relevant der Kanal inzwischen für den deutschen Online-Handel geworden ist: effizient, robust, skalierbar - und im Retail-Bereich bereits für rund 16 % des deutschen B2C-E-Commerce-Umsatzes verantwortlich.
Damit wird vor allem eins deutlich: Affiliate Marketing ist längst ein tragender Bestandteil eines modernen, performance-orientierten Marketing-Mix.

„Affiliate Marketing ist kein Zusatzkanal am Ende der Customer Journey. Es ist ein zentraler Umsatz Faktor im E-Commerce. Der APMC Report zeigt, wer Affiliate nur als Conversion-Taktik betrachtet, unterschätzt den Beitrag massiv“, so Benjamin Gromann, General Manager DACH bei Tradedoubler.
Affiliate Marketing wächst gegen den Markttrend
Die Zahlen des APMC Reports für das Jahr 2025 zeigen eine klare Entwicklung: Affiliate und Partner Marketing wächst in Deutschland deutlich schneller als der Gesamtmarkt. Die Investitionen in den Kanal stiegen 2025 auf 932 Millionen Euro - ein Plus von 8,3 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig wurden über Affiliate und Partner Marketing 18,7 Milliarden Euro Umsatz und 228 Millionen Transaktionen generiert – das entspricht jeweils einem Plus von 12,0% bzw. 9,2%.
Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, in denen Budgets genauer geprüft und Kanäle stärker an ihrem messbaren Beitrag bewertet werden, ist das ein starkes Signal. Affiliate Marketing passt zu dieser neuen Realität, weil der Kanal Reichweite mit klarer Ergebnisorientierung verbindet – und das so effizient wie kaum ein anderer Kanal.

Effizient by design
Der wichtigste Grund für die Effizienz des Kanals liegt im Modell selbst. Affiliate Marketing ist effizient, weil durch die performance-basierte Vergütung Investitionen sehr eng mit messbaren Ergebnissen verbunden sind.
Laut APMC Report fließen knapp 80 % der Investitionen in Deutschland über CPA- oder CPO-Modelle. Das heißt: Ein großer Teil der Vergütung entsteht erst dann, wenn eine konkrete und valide Conversion erzielt wurde. Im Retail- und Travel-Segment zeigt sich diese Effizienz besonders deutlich: Dort generiert Affiliate Marketing 16 Euro Umsatz pro investiertem Euro (ähnliche Zahlen lieferte kürzlich auch der APMA Report für Großbritannien)
„Der Vorteil von Affiliate liegt im Modell selbst, Reichweite wird nicht eingekauft, sondern auf ‚Kredit‘ geliefert. Kosten sind an Ergebnisse gekoppelt. Während viele digitale Kanäle auf Auslieferung und Klicks abrechnen, bietet Affiliate performance-basierter Vergütung“, erklärt Benjamin Gromann.
Damit ist Affiliate Marketing einer der nachweisbar effizientesten Performance-Kanäle im Marketing-Mix. Gerade für Marken, die Wachstum und Budgetkontrolle miteinander verbinden müssen, ist das ein entscheidender Vorteil: Der Kanal ermöglicht Skalierung, ohne dass Effizienz und Steuerbarkeit aus dem Blick geraten.
Robustheit durch Vielfalt
Ein weiterer Grund für die Stärke des Kanals – gerade in unsicheren Zeiten - ist die Vielfalt der Partner. Affiliate Marketing ist kein einzelner Mediatyp und kein einheitlicher Traffic-Kanal. Es ist ein Ökosystem aus sehr unterschiedlichen Partnern, die Konsumenten in verschiedenen Momenten der Customer Journey erreichen.
Der APMC Report belegt diese Breite: Cashback- und Loyalty-Partner, Content-Publisher, Preisvergleichsseiten, Tech- und Onsite-Partner, Voucher- und Deal-Plattformen, Influencer und Social-Content-Partner tragen alle zum Markt bei. Trotz traditioneller Stärke von Cashback- und Loyalty-Partnern, dominiert kein einzelner Publisher-Typ den Kanal vollständig.
Gerade das macht Affiliate Marketing robust. Wenn Konsumenten preissensibler werden, gewinnen Cashback, Loyalty, Deals und Vergleichsplattformen an Bedeutung. Wenn Vertrauen, Inspiration und Beratung wichtiger werden, spielen Content-Publisher und Influencer eine stärkere Rolle. Wenn Marken ihre Conversion Rates verbessern wollen, können Tech-Partner zusätzlichen Uplift bringen.
Diese Vielfalt macht Affiliate Marketing widerstandsfähiger als viele Kanäle, die stärker von einzelnen Plattformen, Formaten oder Auktionslogiken abhängen. Für Marken bedeutet das: Affiliate ist nicht nur ein Kanal für kurzfristige Conversions, sondern ein Partner-Ökosystem, das sich flexibel an Marktbedingungen und Konsumentenverhalten anpassen kann.
Affiliate liefert nicht nur Volumen, sondern auch wertvolle Nachfrage
Die Attraktivität des Kanals zeigt sich nicht nur in Effizienz und Robustheit, sondern auch in der Qualität der Transaktionen. Der APMC Report verweist hier auf die hohen Warenkorbwerte im Affiliate Marketing. Das ist ein wichtiger Punkt, denn Affiliate Marketing wird häufig noch zu eng als reiner Rabatt- oder Last-Click-Kanal betrachtet. Tatsächlich erreichen Publisher Konsumenten oft in Momenten, in denen Kaufabsicht bereits vorhanden ist: bei der Recherche, beim Vergleich, bei der Suche nach Inspiration oder beim gezielten Planen eines Einkaufs.
Gerade Preisvergleichsseiten, Content-Publisher, Cashback- und Loyalty-Modelle oder Influencer können Kaufentscheidungen beeinflussen, bevor der finale Klick erfolgt. So entsteht nicht nur zusätzlicher Umsatz, sondern häufig besonders wertvoller Umsatz: mit informierten Kunden, klarer Kaufabsicht und überdurchschnittlichen Warenkorbwerten.
Was Marken aus dem APMC Report ableiten können

Die Zahlen des APMC Reports machen deutlich: Affiliate Marketing sollte nicht als Zusatzkanal betrachtet werden, der am Ende der Customer Journey Conversions einsammelt. Der Kanal ist heute deutlich breiter aufgestellt - und genau darin liegt sein strategischer Wert.
Für Marken bedeutet das, Affiliate Programme bewusster zu planen: mit einem diversifizierten Partnermix, klaren Zielen je Publisher-Typ und Vergütungsmodellen, die unterschiedliche Beiträge entlang der Customer Journey abbilden.
Wer Affiliate Marketing nur über den letzten Klick bewertet, unterschätzt deshalb häufig den tatsächlichen Beitrag des Kanals. Laut APMC Report sind Affiliate-Touchpoints in den untersuchten Programmen an rund jeder vierten Transaktion entlang der Customer Journey beteiligt - sichtbar wird in der klassischen Last-Click-Logik aber nur ein deutlich kleinerer Teil.
Gerade deshalb lohnt es sich für Marken, Affiliate Marketing strategischer zu steuern - nicht als isolierten Performance-Kanal, sondern als Partner-Ökosystem.
Benjamin Gromann: „Für Tradedoubler ist die Botschaft klar: Marken brauchen Affiliate Programme, die strategisch geführt werden - nicht nur operativ verwaltet. Die nächste Wachstumsstufe liegt im optimalen Partnermix, klar definierten Zielen, internationaler Skalierbarkeit und einer Messlogik, die erlaubt zahlengetriebene Entscheidungen zu treffen.“
